Lesen in Zeiten von Corona

Es sind verrückte und unsichere Zeiten, in denen wir momentan leben. Die Corona Krise hat uns fest im Grill und stellt unser (Alltags-)Leben ordentlich auf den Kopf. Plötzlich arbeiten wir von zuhause, dürfen nur noch für`s Notwendigste raus und sind angehalten, unsere sozialen Kontakte auf das Minimum zu reduzieren. #socialdistancing

Was für uns als Menschen schon im Kleinen eine krasse Umstellung ist, ist für die Buchbranche eine große Herausforderung, die für einige sicher auch schon existenzbedrohend ist oder es werden kann. Die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, andere regionale Literaturfestivals stehen kurz davor. Mittlerweile haben die meisten Buchläden geschlossen oder nur noch zum Abholen bestellter Ware auf. Die klassischen Möglichkeiten der Vorstellungen und Positionierungen neuer Titel des Frühjahrsprogramms fallen mit einem Schlag weg. Kein Messeauftritt, keine Lesung, kein Stöbern mehr im Lieblingsbuchladen. Apropos Buchladen. Viele kleine unabhängige Buchläden haben noch keine Online-Präsenz und damit auch keine Möglichkeit, die Umsatzausfälle aus dem Ladengeschäft abzufedern. Das geht ziemlich schnell an die Substanz, denn die Margen sind gering.

Doch hier und da gibt es auch kleine Zeichen der Hoffnung, denn BuchhändlerInnen werden mutig und erfinderisch und probieren neue Ansätze aus. So liefert zum Beispiel die Buchhandlung Uslar & Rai mittlerweile bestellte Bücher per Fahrrad aus, stellen BuchhändlerInnen neue Bücher per kurzer Story auf Facebook oder Instagram vor oder beraten Kunden per Facetime. Wie BuchhändlerInnen sich auf die neue Situation einstellen, hat Maria vom OCELOT in Berlin Mitte dem RBB Fernsehen erzählt. Sehen könnt ihr das Ganze hier.

Auch Autoren und Verlage werden kreativ und nutzen verstärkt die digitalen Medien, um den Kontakt zu ihren Kunden und Lesern nicht zu verlieren. So liest Buchpreis Gewinner Saša Stanišić per Instagram Live aus seinen Büchern vor (ein Video davon gibt es hier). Der Ullstein Verlag wird alle ab Ende März erscheinenden neuen Bücher zunächst nur noch in digitaler Form als eBook herausbringen.

Nun ist es an uns LeserInnen und BuchkäuferInnen, die Autoren, Verlage und kleinen, unabhängigen Buchhandlungen zu unterstützen. Lest und kauft weiter Bücher bei euren lokalen Buchhandlungen egal ob noch im Laden oder online wie zum Beispiel bei geniallokal, der als Online-Shop für über 650 unabhängige Buchhandlungen fungiert und über 10 Millionen Bücher im Angebot hat. #supportyourlocalbookshop

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