Meine Bücher im Juli

Sommerzeit ist Lesezeit. Auch wenn die Zeit fliegt und ich zwischen Portugal, Valencia und Rügen auch ab und an mal arbeiten muss, bleiben doch noch genügend Stunden für spannende, inspirierende und manchmal auch aufrüttelnde Bücher. Im Juli war für mich alles dabei: Spannung mit dem „Berlin Prepper“ und dem „Haus am Rande der Klippen“ aber auch Aufrüttelndes und Schockierendes, wie Sybille Bergs „GRM“ und nachdenklich Stimmendes wie „The Convenience Store Woman“ von Sayaka Murata.

Besonders das letzte Buch hat mich nachhaltig beeindruckt. Auf schmalen 120 Seiten erzählt Murata die Geschichte einer Frau, die ihr ganzes Leben lang in einem kleinen Supermarkt arbeitet, die diesen Supermarkt, seine Kunden, Produkte in und auswendig kennt. Sie ist zufrieden mit ihrem Leben und ihrem Job und der Selbstbestätigung, die sie daraus zieht. Dennoch muss sie sich mit dem starren Wertesystem in Japan und mit den Erwartungen ihrer Familie und ihren Freunden auseinandersetzen. Erwartungen, in denen Individualität nichts zählt aber gesellschaftlicher Status elementar wichtig ist. Ich denke, wir alle kennen diese externen Erwartungen. Muratas Erzählung, in der kein Wort zu viel ist, hat mich zum Nachdenken über soziale Erwartungen hier in Deutschland gebracht, vor allem was die Rolle der Frau betrifft. Das solltet ihr in jedem Fall auch lesen.

Und hier sind alle Bücher des Monats Juli:

Sayaka Murata, „Convenience Store Woman“, Portobello Books 2018; 10.99 Euro

Sally Rooney „Normal People“, Hogarth 2019, Hardcover, 273 Seiten

Doris Knecht, „Gruber geht“, Rowohlt 2011, 16,95 Euro

Lucy Clarke, „Das Haus am Rande der Klippen“, Piper, 2019, 416 Seiten, 12.99 Euro

Johannes Groschupf, „Berlin Prepper“, Suhrkamp Taschenbuch, 2019, 236 Seiten

Sybille Berg, „GRM“, Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2019, 640 Seiten, 25,00 Euro

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