Meine Bücher im November

Diesen Monat bin ich spät dran. Ich weiß. Die Vorweihnachtlichen Feierlichkeiten sind in vollem Gange, ein Weihnachtsessen jagt das Nächste. Da komme ich kaum zum Lesen, geschweige denn zum Schreiben. Ich freue mich schon jetzt auf die Zeit zwischen den Jahren und den Buchstapel hier neben meinem Bett.

Im November war ich für einige Tage in Südafrika. Es war mein erster Trip in dieses faszinierende Land. Passend dazu bekam ich „Benzin“ geschenkt. In Benzin erzählt Geltinger die Geschichte eines schwulen Pärchens auf einem Roadtrip durch Südafrika. Die beiden wollen ihre Beziehung kitten. Eines nachts fahren sie einen jungen, schwarzen Mann an und nehmen ihn mit. Darauf hin beginnt die Situation zu eskalieren. Ich war vom Plott sehr angetan, von der tatsächlichen Geschichte leider etwas weniger. Irgendwie konnte ich zu dieser Geschichte keinen Bezug aufbauen. Die Charaktere und ihre Entwicklung ließen mich weitestgehend kalt. Die Einblicke in Südafrika, die ich mir versprochen hatte, waren immerhin in Teilen vorhanden.

Zurück in Berlin zog es mich zu Lea Streisands neuem Buch „Hufeland, Ecke Bötzow“, vor allem auch, weil ich in der von ihr beschriebenen Gegend in Berlin wohne. Deshalb war dieses Buch neben der sehr amüsant und kurzweilig erzählten Geschichte vier Teenager zur Wendezeit auch eine Reise in die Vergangenheit und ich gehe mittlerweile mit offenen Augen und neuem Blickwinkel durch die Straßen des Bötzow-Viertels.

Wirklich nachhaltig begeistert hat mich Verena Boos „Kirchberg“. Boos erzählt die Geschichte von Hannah, die nach einem schweren Schicksalsschlag wieder in ihr Heimatdorf und das Haus ihrer Großeltern in Kirchberg zurückkehrt. Wir tauchen ein in ihre Kindheit in Kirchberg und in ihr Erwachsenenleben in Berlin und Italien. Hannah, die zeitlebens nach Akzeptanz und Liebe sucht und sie erst am Ende wieder in Kirchberg mit alten Freunden und neuen Menschen findet. Ich habe mich Hannah sehr nahe gefühlt und das ist der wunderbar einfühlsamen Sprache Verena Boos zu verdanken. Am Ende musste ich sogar ein paar Tränen vergießen. Das ist mir sehr lange mit keinem Buch mehr passiert.

Last but not least. Delia Owens “Der Gesang der Flusskrebse“. Eine schöne, runde und gut erzählte Geschichte, die ans Herz geht aber doch nie in Kitsch abgleitet. Ein Buch, dass man gut der Mutter oder auch der besten Freundin schenken kann.

Hier sind die Bücher aus dem November:

Verena Boos, „Kirchberg“, Aufbau Verlag, Berlin 2017, 366 Seiten, 22 Euro

Delia Owens „Der Gesang der Flusskrebse“; hanserblau; 464 Seiten; 22,00 Euro

Gunther Geltinger „Benzin“; Suhrkamp Verlag, Berlin. 378 Seiten, 24 Euro

Lea Streisand „Hufeland, Ecke Bötzow“; Ullstein; 224 Seiten; 20,00 Euro

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