Meine Bücher im Februar

Auch wenn der Februar in diesem Jahr sogar 29 Tage hatte, hab ich es leider trotzdem nicht geschafft, mehr Bücher zu lesen. Vier sind es geworden. Und da waren drei echte Highlights und auch Neuentdeckungen für mich dabei.

Zu Anna Hopes „Was wir sind“ muss ich hier gar nicht mehr so viel sagen, weil ich dazu bereits eine ausführlichere Rezension geschrieben habe.

Ebenfalls schwer begeistert hat mich Jennifer Clements „Gun love“. Lange nicht mehr wurde das Stimmungsbild der amerikanischen Unterschicht so gut, präzise und eindrücklich entworfen. „Gun Love“ erzählt von einer strahlenden Mutter-Tochter Beziehung inmitten eines Trailerparks. Seit 14 Jahren in ihrem alten Mustang wohnend versuchen sie ein normales Leben zu leben und sich nicht unterkriegen zu lassen. Waffen sind dabei allgegenwärtig und führen dann auch zu einer schrecklichen Tragödie, das das Leben aller Beteiligen für immer verändert.

Ende Februar hat es mich sehr glücklich gemacht, „Muldental“, den ersten Erzählband von Daniela Krien als Wiederauflage in den Buchläden zu finden. Lange war ich danach auf der Suche, weil das Buch vergriffen schien. Umso mehr freut mich, dass Daniela Krien den Erfolg und die Anerkennung bekommt, der ihr meiner Meinung nach gebührt. In „Muldental“ erzählt Krien Geschichten von Wendeverlierern, die sich alle so zugetragen haben könnten. Krien fasst in ihrer zurückhaltenden aber nicht minder emphatischen Sprache die Entwurzelung und Ratlosigkeit der Nachwendezeit zusammen.

„Wir lesen gern vom Scheitern – wenn am Ende ein Sieg steht. Wir lieben Geschichten über Menschen, die allen Widerständen zum Trotz das Beste aus ihrem Leben gemacht haben. Meine Helden sind keine Gewinner. Dennoch finden einige von ihnen ihr Glück. Aber auch jene, deren Schicksal ihre Kräfte übersteigt, haben eine Stimme im großen Menschheitslied. Und auch sie verdienen einen Platz in der Literatur.“

Daniela Krien „Muldental“ (Vorwort)

Zu guter Letzt habe ich noch Juan Morenos „Tausend Zeilen Lüge“ über den Aufstieg und Fall Claas Relotius gelesen. Diesen Fall, der den Spiegel und den deutschen Journalismus letztes Jahr so schwer erschüttert hat, habe ich mit viel Interesse verfolgt. Moreno, der Relotius als Geschichtenerzähler enttarnt hat, erzählt die Chronologie der Ereignisse spannend und man erfährt nebenbei einiges darüber, wie Redaktionen eigentlich arbeiten und welche Konsequenzen dieser Fall für die ganze Branche hatte und noch hat.

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