Leif Randt „Allegro Pastell“

„Vorauseilende Wehmut. Bester Zustand“

Tanja Arnheim in „Allegro Pastell“

Leif Randts „Allegro Pastell“ ist sicher einer der Spitzentitel des Frühjahrs und erhielt bereits viel Aufmerksamkeit in den Feuilletons dieses Landes. Vom „virtuos lauwarmen Meisterwerk“ (Süddeutsche Zeitung) bis hin zu dem Roman der Millennial Generation (DIE ZEIT) reichen die positiven Rezensionen. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte selbst lesen und mir eine Meinung bilden.

Die Geschichte des Buches ist schnell erzählt: eine Liebesgeschichte zwischen Tanja und Jerome, eine Fernbeziehung zwischen Berlin und der Maintal Region in drei Akten. Er ist Mitte 30, sie knapp darunter, er lebt als freier Webdesigner in der hessischen Provinz in der Nähe von Frankfurt, sie als Schriftstellerin in Berlin, mit erstem kleinen Ruhm für ihr Romandebüt namens „PanoptikumNeu!“.

Und es ist eine Fernbeziehung, wie man sie selbst gern führen würde. Alles zwischen den beiden ist ausgewogen und wohl temperiert. Die Vorfreude vor den Wochenenden, die Zeit, die sie gemeinsam beim Badminton, Feiern mit Freunden oder ihrer gemeinsamen Teezeremonie verbringen. Von der Selbstdarstellung per Selfie auf Instagram oder Twitter, dem gesteuerten Drogenkonsum auf Parties bis hin zur betont lässigen Wertschätzung für das Budget-Equipment der Sportartikel-Kette Decathlon, zieht sich die Selbstreflexion und Optimierung de Protagonisten als zentrales Thema durch den Roman. Die Popkultur der Millenials ist in Allegro Pastell gut ausgeleuchtet. Da ist schön anzusehen und zu lesen, wirklich emotional mit nimmt es einen allerdings nicht. Selbst als die Beziehung der beiden am Ende scheitert, geht es dramatisch nicht über 70 Grad hinaus. Wohltemperiert und reflektiert bis zum Schluss.

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