Meine Bücher im Herbst – Teil 1

Die letzten Wochen waren sehr gut gefüllt mit den alltäglichen Dingen des Lebens aber auch mit dem Lesen einiger neuer Herbsterscheinungen, auf die ich schon lange gewartet habe. Nur der Blog hier kam etwas zu kurz, weshalb ich mit dem folgenden Post meine Leseerlebnisse aus dem August und September zusammenzufassen.

Im August hat mich Matthias Nawrats „Reise nach Maine“ besonders beeindruckt, vielleicht, weil ich auch gerade eine Reise mit meiner Mutter geplant hatte und nun schon mal einen Ausblick erhalten wollte, wie sich das denn wohl ausgehen würde.

Im Sommer 2018 begibt sich der Erzähler mit seiner Mutter auf eine Reise. Die beiden leben nicht mehr in der gleichen Stadt. Der Vorwurf der einsamen Mutter, der Sohn verbringe nicht gern Zeit mit ihr, mag ein Grund dafür gewesen sein, dass er dem Trip überhaupt zugestimmt hat. Geplant ist, eine Woche gemeinsam in New York zu verbringen, später eröffnet die Mutter ihm dann, dass sie ihn auch noch auf seiner Reise nach Maine begleiten wolle. Angekommen im Apartment in New York bricht sich seine Mutter die Nase und aus der Wut über die ungewollte Einmischung wird nach und nach Sorge über das Wohlergehen der Mutter. Die beiden entdecken nicht das touristische New York und später Maine, sondern halten sich in Krankenhäusern oder Wohnungen von Bekannten auf. Durch das Buch zieht sich subtil die immer wieder aufbrechenden Verwerfungen zwischen Mutter und Sohn, die enttäuschten Erwartungen. Dennoch hinterlässt es einen am Ende in einer leicht melancholisch und dennoch positiven Stimmung.

Ebenfalls angetan hatte es mir im August Hernan Diaz „In der Ferne“. Diaz erzählt die Geschichte von Hakan, einem schwedischen Einwanderer im 19 Jahrhundert, der auf der Überfahrt nach Amerika seinen Bruder verliert und ihn Zeit seines Lebens sucht und dafür den Kontinent von San Francisco nach New York durchquert. Diaz entfaltet die Geschichte in einer bildgewaltigen Sprache, die einen in die monumentale Natur des amerikanischen Kontinents hineinzieht.

Matthias Nawrat; „Reise nach Maine“; 2021; Rowohlt Verlag; 218 Seiten, 22 Euro

Johanna Adorján; „Ciao“; Kiepenheuer & Witsch; 2020; 272 Seiten; 20 Euro

Marina Heib; „Die Stille vor dem Sturm“; Pendragon Verlag; 2020; 400 Seiten; 18 Euro

Hernan Diaz; „In der Ferne“; Hanser Berlin 2021; 304 Seiten; 24 Euro

Julia Korbik; „Bonjour Liberté. Françoise Sagan und der Aufbruch in die Freiheit“; Carl Hanser Verlag; München 2021; 304 Seiten; 20 Euro

Amos Oz; „Judas“; Suhrkamp Verlag 2015; 22,95 Euro

Dara Horn; „The eternal life“; W. W. Norton & Company; 2018; 256 Seiten; 18 Euro

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