Meine Bücher im Januar

Es ist Ende Januar und die Corona Pandemie hat unser Leben weiterhin fest im Griff. Ich wollte mich gern auch literarisch mit dem Thema Pandemie und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft beschäftigen und habe deshalb John Ironmongers „Der Wal und das Ende der Welt“ für mich entdeckt. In dem 2015 geschriebenen Roman geht um eine Pandemie und eine globale Krise. Ein junger Mann wird eines Tages am Strand eines kleines Dorfes angespült und rettet im Laufes des Romans erst einen Wal und dann das ganze Dorf. Wie reagieren Gemeinschaften auf Krisen, diese Frage stellt John Ironmonger in seinem Buch und der Autor gibt eine zuversichtliche Antwort: Die Welt entdeckt ihre Fähigkeit zur Menschlichkeit wieder. Ein tröstliches Buch, gerade wenn man sich dieser Tage öfter fragt, wann die Pandemie endlich vorbei ist und halbwegs normales Leben wieder möglich sein wird.

Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je? Lange hat Erling Kagge sich mit diesen drei Fragen beschäftigt. Angeregt durch Freunde und Wegbegleiter wie Marina Abramoviã, Jon Fosse, Elon Musk und Oliver Sacks, ist er in seinem Buch zu dreiunddreißig Antworten gekommen. Entstanden ist ein Wegweiser für den modernen Menschen auf seiner Suche nach Stille, Ruhe, Frieden – überall dort, wo es laut ist. „Stille“ ist ein kleines, feines Buch, mit schönen Bildern illustriert, das lange nachhält und einem dabei hilft, in dieser Zeit mental gesund zu bleiben.

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Mit einem der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis, allein die Vögel sind ihr Kompass. In „Zugvögel“ beschreibt Charlotte McConaghy die Reise und Suche einer jungen Klimaaktivistin nach den letzten Küstenseeschwalben und damit auch nach Hoffnung auf Rettung der Natur und aussterbenden Tiere.

John Ironmonger „Der Wal und das Ende der Welt“, S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2019, 480 Seiten, 22 Euro

Erling Kagge, „Stille. Ein Wegweiser“, Insel Verlag, 2017, 144 Seiten, 14 Euro

Charlotte McConaghy, „Zugvögel“, S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2020, 400 Seiten , 22 Euro

Siri Hustvedt, „Memories of the Future“, Simon & Schuster, 2019, 318 Seiten, 27 Dollar

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