Meine Bücher im September

Der September war wieder ein leseintensiver Monat für mich und es waren auch schon ein paar Neuerscheinungen aus dem Herbstprogramm dabei.

Neben den wunderbar spannenden Krimis von Zoe Beck oder auch Cay Rademacher haben mich diesmal vor allem Benjamin Meyers „Offene See“ und Ewald Arenz „Alte Sorten“ beeindruckt. Benjamin Meyers erzählt die Geschichte des jungen Robert, der nach dem Ende des 2. Weltkriegs aus seinem Dorf in England auszieht, um zur Küste zu wandern und auf dem Weg die wunderbar eigensinnige Dulcie Piper trifft, die ihn aufnimmt und mit Genuss und Poesie sein Leben nachhaltig verändert. Myers Sprache ist sehr bildhaft und voller detailverliebter Naturbeschreibungen. Auch wenn der Ausgang der Geschichte vorhersagbar ist, habe ich mich doch gern von ihrem Sog einnehmen lassen.

Ewald Arenz erzählt in „Alte Sorten“ von den zarten Banden einer sich entwickelnden, ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei Frauen. Die ziemlich zornige 17-jährige Sally ist aus einer Klinik für Essgestörte getürmt – und zieht ziellos durch unterfränkische Weinberge. Dort trifft sie Bäuerin Liss. Diese nimmt Sally ohne große Worte bei sich auf. Nach und nach bauen die beiden über die gemeinsame Arbeit auf dem Hof eine Verbindung zueinander auf, die allerdings jäh gestört wird als Sally unabsichtlich eine existenzielle Krise bei Liss auslöst. Mit „Alte Sorten“ ist Ewald Arenz ein beglückend schönes Buch gelungen. Mit feiner Psychologie in der Figurenzeichnung, einer sich langsam aufbauenden Spannung und von großer stilistischer Kunstfertigkeit. Ein kleines Meisterwerk.

Hier sind alle meine gelesenen Bücher vom September:

Benjamin Meyers; „Offene See“; DuMont Buchverlag, Köln 2020; 270 Seiten; 20 Euro

Sayaka Murata; „Das Seidenraupenzimmer“; Aufbau Verlag, Berlin 2020; 256 Seiten, 20 Euro

Ragnar Jónasson; „Insel“; btb Verlag; 384 Seiten; 15 Euro

Gythia Lodge; „Bis ihr sie findet“; Hoffmann & Campe; 2019; 400 Seiten; 15 Euro

Ewald Arenz; „Alte Sorten“; Köln 2019; DuMont Verlag; 266 Seiten; 20 Euro

Zsuzsa Bánk; „Sterben im Sommer“; S. Fischer Verlag; 2020; 240 Seiten; 22 Euro

Cay Rademacher; „Ein letzter Sommer in Méjean“; Dumont 2019; 463 Seiten; 22 Euro

Zoe Beck; „Die Lieferantin“; suhrkamp taschenbuch; 2017; 347 Seiten; 15 Euro

Wolfgang Büscher; „Heimkehr“; 2020; Rowohlt Berlin; 204 Seiten; 22 Euro

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